Tatsächlich, es schneit in Leipzig – und das auch noch mitten im Winter. Und offensichtlich gibt es neben dem medialen Sommerloch nun auch eines im Winter. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass in den örtlichen Gazetten jede Schneeflocke zu Schneemassen und jede Windböe zum Blizzard mutiert. Flankiert von allen amtlichen Bedenkenträgern, die seit der Flutkatastrophe von 2002 jeden Wetterumschwung ängstlich mit Katastrophenwarnungen versehen. Positive Effekte hat die Panikmache allerdings auch. Der Konsum wird angekurbelt. Hamsterkäufe werden empfohlen, Streusalz und Schlitten sind angeblich so gut wie ausverkauft, auch Winterschuhe seien knapp, wird kolportiert. Größter Profiteur ist allerdings die Leipziger Stadtreinigung, die sich nach der ewigen Schelte der vergangenen Jahre nun endlich in den Medien als heldenhafte Kämpfer gegen die weiße Gefahr stilisieren durften. Wider besseres Wissen und wider den Augenschein all jener, die in den letzten Tagen mit dem Auto vielfach durch die Leipziger Straßen fahren mussten.
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Offen gesagt
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