Susanne Kucharski-Huniat ist aus Leipzig Kulturszene nicht mehr wegzudenken. Seit 1994 leitet sie das Kulturamt der Stadt Leipzig. Am 17. Oktober war sie zu Gast beim Stammtisch des AVP Sachsen/ Sachsen Anhalt/ Thüringen. Zehn Teilnehmer aus Verlagen und Vereinen kamen ins Szene-Restaurant MIO im Leipziger Musikerviertel und folgten dem sehr interessanten Vortrag des Gastes, der zunächst mit erschreckenden Zahlen aufwartete. So habe sich die Mitarbeiterzahl des Amtes seit 1994 von 119 auf 23 verringert. Gleichzeitig sei die Zahl der Aufgaben und Projekte eher noch gestiegen, so die Amtschefin. Eines der schwierigsten Aufgabenfelder ist die Kulturförderung der freien Szene. Rund 350 Anträge laufen jedes Jahr beim Amt ein. Insgesamt werden 6,8 Millionen Euro beantragt. Aber „nur“ rund 4 Millionen Euro stünden zur Verfügung. „Bei der Verteilung der Fördergelder kann man es einfach keinem Recht machen“, so Kucharski-Huniat. „Und Dennoch kann ich mir keinen besseren und interessanten Beruf vorstellen.“ Besonders am Herzen liegen der Amtsleiterin derzeit zwei Projekte. Zum einen der Bau des Leipziger Einheitsdenkmals und zum anderen das EU-Projekt „Creative Cities“, das noch bis Ende 2012 läuft und die Förderung der Kreativwirtschaft im Blick hat. Kurzes Fazit des Abends: Obwohl der Kulturförderung und damit auch der Unterstützung von Verlagen enge, zumeist finanzielle, Grenzen gesetzt sind, trafen die Stammtischteilnehmer auf eine Kulturamtsleiterin, die eben jene Beschränkungen durch Kompetenz, Offenheit und Gesprächsbereitschaft tagtäglich wettmachen möchte.
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