15. Ostdeutsches Energieforum  – „Sicherheit in unsicheren Zeiten“


(30. September bis 1. Oktober 2026, Campus Jahnallee der Universität Leipzig & online)

  • Die wichtigen Themen im Blick: Netze, Speicher, Rohstoffe, Automobilindustrie, Wärmewende und KI-Rechenzentren
  • SuperIllu-Panel zur Zukunft der Automobilindustrie
  • Zwischen Populismus und Vernunft: Verlässlichkeit und Akzeptanz im Fokus – Diskussion mit dem Journalisten Paul Ronzheimer

Bezahlbare Energie, überlastete Netze, der Boom großer Batteriespeicher, neue Rohstoffprojekte, die Finanzierung der Wärmewende und der steigende Strombedarf von KI-Rechenzentren: Die Jubiläumsausgabe des Ostdeutschen Energieforums greift die Konflikte auf, die die Energiepolitik derzeit bestimmen. Unter dem Leitthema „Sicherheit in unsicheren Zeiten“ kommen am 30. September und 1. Oktober 2026 in Leipzig über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen zusammen.

Dabei geht es vor allem um die praktische Umsetzung der Energiewende. Wie können Unternehmen und private Haushalte dauerhaft mit bezahlbarer Energie versorgt werden? Wie lassen sich Netze, Speicher und neue Erzeugungsanlagen sinnvoll aufeinander abstimmen? Und welchen konkreten Nutzen haben die Regionen, in denen Windräder, Solarparks, Stromleitungen, Speicher oder Rechenzentren entstehen?

Premiere für SuperIllu-Panel: Überfordert die Energiewende die Autoindustrie?

Der Umbau hin zur Elektromobilität stellt die europäische Automobilindustrie vor enorme wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen. Hohe Investitionen, starker internationaler Wettbewerb und eine bislang verhaltene Nachfrage setzen Hersteller und Zulieferer unter Druck.

Was läuft bei der Energiewende auf der Straße schief? Dieser Frage widmet sich ein Spezial-Panel der Zeitschrift SuperIllu.

Mit dem ehrmaligen Opel-Manager Harald Hamprecht diskutiert ein ausgewiesene Kenner der Branche. In seinem aktuellen Buch „Kraft statt Krise“ zeichnet er ein ungeschöntes Bild der deutschen Automobilwirtschaft und beschreibt, was notwendig ist, damit die Branche wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnt. Auf dem Podium zu Gast sind außerdem Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter, der derzeit um den Erhalt sächsischer Automobilstandorte kämpft, sowie Rico Chmelik, Geschäftsführer des Branchenverbandes Automotive Thüringen e.V.

Speicherboom trifft auf knappe Netzanschlüsse

Ein weiteres zentrales Thema des Fachprogramms ist das Verhältnis von Stromnetzen und Speichern. Beide werden dringend benötigt. Vielerorts konkurrieren sie jedoch um dieselben begrenzten Anschlusskapazitäten.

Unter dem Titel „Speicherboom und Netzengpässe: Wie werden aus Gegenspielern Verbündete?“ beraten Vertreterinnen und Vertreter der Bundesnetzagentur, von Speicherbetreibern, Energieversorgern und neuen Marktakteuren darüber, wie Netzausbau, Speicherstandorte und politische Vorgaben besser aufeinander abgestimmt werden können.

Kontrovers dürfte auch die Debatte über die Versorgungssicherheit werden. Welcher Mix aus erneuerbaren Energien, Speichern, flexiblen Verbrauchern, Gasinfrastruktur und dezentraler Erzeugung hält das Energiesystem stabil, ohne die Kosten aus dem Blick zu verlieren? Auf dem Podium treffen unter anderem Vertreter von den Leipziger Stadtwerken, ENERTRAG, VNG, LEAG und der Bundespolitik aufeinander.

Ostdeutsche Rohstoffe und neue Abhängigkeiten

Kupfer, Lithium und Zinn sind für die industrielle Zukunft Europas unverzichtbar. Zugleich will Europa seine Abhängigkeit von Rohstoffimporten verringern. Ostdeutschland verfügt über bedeutende Vorkommen und mehrere konkrete Bergbauprojekte.

Das Panel „Rohstoffwende Ost“ geht deshalb der Frage nach, welchen Beitrag die Region zur Versorgungssicherheit leisten kann. Zugleich wird darüber gesprochen, wie sich wirtschaftliche Chancen und regionale Wertschöpfung mit Akzeptanz vor Ort und ökologischen Anforderungen verbinden lassen.

Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft stellen Projekte aus der Lausitz, dem Erzgebirge und der Altmark in Sachsen-Anhalt vor. Entscheidend wird sein, ob Ostdeutschland künftig nicht allein Rohstoffe liefert, sondern auch Verarbeitung, Forschung, Innovation und neue Arbeitsplätze in der Region hält.

Kommunen zwischen Energiewende und Finanzierungsdruck

Am zweiten Veranstaltungstag rücken Städte und Gemeinden stärker in den Fokus. Viele Kommunen stehen vor mehreren Aufgaben zugleich: Sie müssen Wärmepläne aufstellen, Netze modernisieren, erneuerbare Energien ausbauen und ihre kommunale Infrastruktur finanzieren.

Im Panel „Kommunen unter Druck“ diskutieren Landespolitik, Förderbanken, Stadtwerke und kommunale Vertreter darüber, wie die Energiewende vor Ort nicht nur Kosten verursacht, sondern auch wirtschaftliche Chancen eröffnet.

Direkt daran schließt sich die Debatte über die Wärmewende an. Beispiele aus Leipzig, Berlin, Weißwasser und Hoyerswerda zeigen, wie unterschiedlich die Voraussetzungen in Großstädten, ländlichen Gebieten und ehemaligen Kohleregionen sind. Diskutiert wird über Fernwärme, industrielle Abwärme, Wasserstoff, hohe Investitionskosten und die Frage, wie der Umbau sozial verträglich gestaltet werden kann.

KI-Rechenzentren: Wachstumsmotor oder zusätzliche Belastung?

Ein besonderer Programmschwerpunkt gilt der Ansiedlung von Rechenzentren. Ohne leistungsfähige Rechenzentren sind Digitalisierung und der breite Einsatz künstlicher Intelligenz kaum möglich. Gleichzeitig benötigen die Anlagen große Mengen Strom, leistungsfähige Netze, geeignete Flächen und teilweise erhebliche Wasserressourcen.

Das Panel „Rechenzentren und Energiewende: Visionen mit Nebenwirkungen“ debattiert, unter welchen Voraussetzungen Ostdeutschland vom KI-Boom profitieren kann. Neben möglichen Gewerbesteuereinnahmen und einer besseren digitalen Infrastruktur geht es um Netzanschlusskosten, Wasserverbrauch, die Nutzung entstehender Abwärme und konkrete Vorteile für die Standortkommunen.

Wie unterschiedlich die Erwartungen an solche Investitionen sind, zeigen begleitende Interviews mit den Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer betont: „Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit sind ganz entscheidend für uns als Industrienation.“ Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze stellt vor allem den regionalen Nutzen heraus: „Wer vor Ort Verantwortung für die Energiewende übernimmt, muss auch vor Ort davon profitieren.“

Energiepolitik zwischen Pragmatismus und Populismus

Zum Abschluss des Forums steht am 1. Oktober eine politische Grundsatzdebatte auf dem Programm. Unter dem Titel „Energiepolitik zwischen Pragmatismus und Populismus: Sind politische Grundsätze Fluch oder Segen für die Energiewende?“ diskutieren der Journalist und Podcaster Paul Ronzheimer und der Politikwissenschaftler Wolfgang Muno diese spannende wie brisante Frage.

Im Kern geht es um die Frage, wie verlässlich energiepolitische Rahmenbedingungen sein müssen und an welchen Stellen Kurskorrekturen notwendig sind. Die Diskussion soll zeigen, wie Entscheidungen fachlich tragfähig, wirtschaftlich realistisch und gesellschaftlich vermittelbar getroffen werden können.

Ergänzt wird das Programm des Forums durch Workshops zu Geothermie, Akzeptanzkommunikation, Energieeffizienz, Netzanschlüssen und Wasserstoff sowie durch Praxisbeispiele aus Unternehmen und Kommunen. Ein eigenes Side-Event bringt junge Fachkräfte, Trainees und Forschende aus Energiewirtschaft und Wissenschaft zusammen. Beim Wirtschaftsabend der IHK zu Leipzig begegnen sich rund 250 Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Energiebranche.

Das Ostdeutsche Energieforum findet 2026 zum 15. Mal statt. Seit seiner Gründung bringt es ostdeutsche Erfahrungen, Interessen und Lösungsansätze in die bundesweite energiepolitische Debatte ein.